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Bakteriologie

Für eine angepasste Behandlung von Erkrankungen durch Bakterien müssen die Bakterien nachgewiesen, identifizert und ihre Empfindlichkeit gegenüber Arzneimitteln nachgewiesen werden.

Bakterienkultur

Die Bakterien in den übersendeten Proben sind vermischt mit Gewebe, Blut, Verunreinigungen etc. Sie müssen zunächst daraus isoliert werden.

Vorher aber muss die Probe ins Labor gelangen, ohne dass die Bakterien in der Zwischenzeit abgestorben sind. Außerhalb des Ortes, wo sie gerade krankmachend leben sind diese Keime sehr empfindlich. Licht, Sauerstoff, Austrocknung manchen ihnen zu schaffen. Es braucht daher geeignete Medien um sie lebend zur weiteren Bearbeitung zu bringen. Dafür sind die sogenannten Transportmedien notwendig (siehe Abb. unten). Sie erlauben den Bakterien in den abgenommenen Proben eine Überleben für wenige Tage.

Im Labor wird die Probe auf verschiedene Nährböden aufgebracht, siehe Platten in Abb. rechts).

Die Nährböden sind 2-3 mm dicke Schichten aus Gelee, ausgegossen in flache Plastikschalen. Dem Gelee sind verschiedene Nährstoffe aber auch Hemmstoffe beigefügt

Die kleinen, runden, weißen Flecken auf den farblosen Nährböden sind Antibiotikaplättchen. Jedes Plättchen enthält ein anderes Antibiotikum. Auf den Platten ist bereits überall eines der isolierten und identifizierten Bakterien ausgestrichen und nun wird abgewartet, um welche Plättchen die Bakterien wachsen können und wo nicht. Wo sie nicht wachsen können, bedeutet das, dass das dort liegende Antibiotikum wirksam ist und als Arzneimittel in Frage kommt.

In einer Tabelle wird das Wachstumsverhalten bei den angebotenen Antibiotika angegeben, das ist das Antibiogramm.

Gramabstrich

Aus einem Bakteriengemisch durch Züchtung in die einzelnen Keime zu isolieren braucht eine Kontrolle. Welche Bakterien sind schon tot gewesen, als sie überimpft wurden, welche Bakterien können gar nicht in der Probe gewesen sein und sind nur Verunreinigungen. Das kann man abschätzen, wenn man das Abstrichmaterial ausstreicht wie Zytologie und im Mikroskop durchmustert- das ist die Aufgabe des Gramabstrichs, so genannt nach der Färbemethode.

Es wird immer unterschätzt, wie entscheidend diese Kontrolle der Kultur ist.

Befund

Aus der Zusammenschau von Grampräparat, Keimwachstum, klinischen Angaben über Krankheitsbild, Vorgeschichte und antibiotischer Empfindlichkeit entsteht der schliesslich der Befund.

Weil er viel Information zusammenfasst ist er ebensowenig wie die anderen Befunde der Pathologie ein simples Messergebnis sondern einer Deutung, ein Gutachten. Daher enthält der Befund auch manchmal Kommentare und Empfehlungen.

Archiv

Die Mitschrift, dessen, was zur Erstellung des Befundes gemacht wurde, ist das bakteriologische Arbeitsprotokoll und wie alle wichtigen Dokumente wird es viele Jahre aufbewahrt, falls später Fragen auftauchen sollten.