Die Immunhistochemie
stützt sich auf eine natürliche Methode des Körpers sich gegen Krankheitserreger zu wehren - die Antigen/Antikörperreaktion. Bestimmte Stellen eines Eiweißabschnittes können ganz typisch für dieses Eiweiß sein und so geformt sein, dass man dagegen Eiweiße erzeugen kann, die sich an diese Stelle fest anbinden also eine sogenannte Antigen/Antikörper-Bindung. Will man also wissen, ob dieses bestimmte Eiweiß vorhanden ist, dann fügt man dem Gewebsschnitt den Antikörper hinzu und macht diese Verbindung durch weitere Manipulationen sichtbar, im Mikroskop.
War das gesuchte Eiweiß nicht da, dann gibt es eben keine Markierung. In der Regel prüft man mehrere Eiweiße nach und aus dem Profil ergibt sich dann Klarheit, worum es sich handelt.
Molekularpathologie
Die traditionelle Methode der Pathologie ist das Betrachten mit freiem Auge (Makroskopie) und das Durchmustern des Feinbaus mithilfe von Vergrößerungsmethoden, Lichtmikroskop und gegebenenfalls Elektronenmikroskop (Mikroskopie)
Weiter reicht das, was mit dem Auge erfassbar ist, nicht.
Die innere Struktur der Gewebe, ihr Aufbau aus Eiweissen, Membranen, Schleimen, und in weiterer Folge von Molekülen wie Zuckern, Aminosäuren, Erbsusbtanz entzieht sich einer unmittelbaren Beobachtung. Mit Spezialmethoden kann man aber ihre Zuzammensetzung Anordnung und auch ihre Funktion errechnen und erschliessen und davon Modelle machen. Die Pathologie stützt sich da auf die weit fortgeschrittene Forschung der Molekularbiologie und die in der Pathologie angewendeten Methoden sind in der Molekularpathologie zusammengefasst.
Um Fehler in der Steuerung einer Zelle auf Ebene der Erbsubstanz zu erkennen gibt es mehrere Möglichkeiten.
Mit Hilfe der sogenannten Sequenzierung kann man heute durch kontrolliertes kopierendes Nachbauen der Erbsubstanz erkennen, wie die Reihenfolge ihrer Information, die „Sequenz“, ist und mit bekannten Sequenzen vergleichen. Dadurch können Fehler in der Sequenz erkannt werden.
Oft begnügt man sich mit der Überprüfung nur eines bestimmten Abschnitts. In der gleichen Art kann man auch die Erbsubstanz von Viren darstellen und erkennen.
Das wird beim Nachweis einer Besiedelung mit HPV-Viren gemacht, das wurde auch bei den Coronaviren gemacht und bei vielen anderen Viren.
Man muss sich aber im Klaren sein, dass der Nachweis eines Virus und die Erkrankung durch einen Virus ganz verschiedene Dinge sind. Wir sind, das weiss man heute, in unserem gesunden Zustand von einer Unzahl von Viren und Bakterien besiedelt. Sie leben mit uns und, wie wir inzwischen wissen, brauchen wir sie ebenso wie sie uns. Von einem von ihnen krank zu werden ist ein Zwischenfall, der nur ganz selten auftritt und von dem wir nicht wissen wann und unter welchen Bedingungen er eintritt.
Eine aktuell sehr bekannte Methode den Bauplan einer Virussubstanz nachzuweisen ist die PCR-Methode. Dabei wird nicht das ganze Virus sondern nur der vermutete wichtige Abschnitt angesprochen. Durch die Methode wird die Virusmenge, die ursprünglich weit unterhalb der Nachweisbarkeitsgrenze liegt, durch eine Serie von Verdopplungen verfielfacht, also 2, 4,8,16,32 usw; die Anzahl der notwendigen Verdopplungen bis zur Nachweisbarkeit ist der inzwischen bekannte Ct-Wert. Je mehr Verdopplungen notwendig sind, bis die Nachweisbarkeit erreicht ist, gibt an, wie wenig Material ursprünglich vorhanden war. Das bringt auch mit sich, dass bei hohen Verdopplungszahlen meist Unspezifisches erzeugt und das Ergebnis unglaubwürdig wird. Ein aktuelles Beispiel waren die zum Teil sehr unsicheren Covid PCRs.
Aktualität
Für die Arbeit mit genetischem Material braucht es spezielle Räumlichkeiten, besondere Geräte, besonders geschultes Personal und wichtig ist eine hohe Zahl von Proben, denn diese Methoden braucht dauernde Übung und große Erfahrung.
In der Pionierzeit nahm unser Labor an der Entwicklung von Methoden teil. Inzwischen müssen solche Untersuchungen aber spezialisierten Zentren vorbehalten bleiben.