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Zytologie

Abnahmematerialien für die Zytologie finden Sie im Kapitel Nachschub

Wir haben nachstehend einen Leitfaden für optimale Einsendungen zusammengestellt.

Bitte springen Sie in das für Sie relevante Kapitel:

  1. Allgemeines zu den Proben
  2. Angaben zu den Proben
  3. Abstriche ganz einfach
  4. Punktionsflüssigkeit
  5. Harn
  6. Diuresezytologie
  7. Fixieren von Flüssigkeiten und Koagulationshemmer
  8. Beschriftung der Objektträger
  9. Orientierungsbild - "Spritze mit Heparin"

Allgemeines zu den Proben

Im Wesentlichen gibt es 2 Arten von zytologischen Proben:

  1. Proben, wo der Einsender das Untersuchungspräparat anfertigt:

    Abstriche von Wunden, Sekrete, Abklatsche → Zytologie - Abstriche ganz einfach

  2. Proben, wo erst das Labor das Untersuchungs-Präparat anfertigt:
    Punktionsflüssigkeiten, Harn → Punktionsflüssigkeit, Fixieren von Flüssigkeiten

Denken Sie bitte bei zytologischen Untersuchungen daran, dass eine gleichzeitige bakteriologische Abklärung sehr aufschlussreich und komplettierend sein kann.

Umgekehrt versäumen Sie nicht, sich zur bakteriologischen Untersuchung auch die oft wesentlich stärker richtungsweisende zytologische Untersuchung zu sichern.

Allgemeines zu den Proben

Im Wesentlichen gibt es 2 Arten von zytologischen Proben;

  1. Proben, wo der Einsender das Untersuchungs-Präparat anfertigt:

    Abstriche von Wunden, Sekrete, Abklatsche → Zytologie - Abstriche ganz einfach

  2. Proben, wo erst das Labor das Untersuchungs-Präparat anfertigt:
    Punktionsflüssigkeiten, Harn → Punktionsflüssigkeit;Fixieren von Flüssigkeiten

Denken Sie bitte bei zytologischen Untersuchungen daran, dass eine gleichzeitige bakteriologische Abklärung sehr aufschlussreich und komplettierend sein kann.

Umgekehrt versäumen Sie nicht, sich zur bakteriologischen Untersuchung auch die oft wesentlich stärker richtungsweisende zytologische Untersuchung zu sichern.

Abstriche/Abklatsche/Quetschpräparat ganz einfach

= der Einsender erzeugt das Untersuchungs-Präparat:

a) Abklatsche oder Ausstriche

Ist die Stelle, von der die Probe entnommen werden soll flächig und für einen Glasobjektträger leicht zugänglich, dann legt man den Objektträger direkt auf das Material → Abklatsch

Diese Reihenfolge ist zu empfehlen:

  1. Objektträger beschriften
  2. Auf Wundstelle auflegen
  3. Abheben (eventuell nochmals)
  4. Lufttrocknen
  5. In Transportschachtel, Abholung vereinbaren

Ist die Stelle klein und für einen Objektträger nicht gut erreichbar, nimmt man das Material mit einem Spezial-Bürstchen ab und streicht dieses Material auf den Objektträger aus → Ausstrich.

Diese Reihenfolge ist zu empfehlen:

  1. Objektträger mit dem Patientennamen beschriften,
  2. Sekret mit Spezial-Bürstchen (Wattetupfer, Spatel oder Öse) aufnehmen und gleich ausstreichen,
  3. lufttrocknen (ist eine sehr gute Fixierung - macht weitgehend keimfrei durch Vertrocknung),
  4. In Transportschachtel, Abholung vereinbaren.

b) Sogenanntes Quetschpräparat, wenn das Material halbflüssig und klumpig ist.

Diese Reihenfolge ist zu empfehlen:

  1. Zwei Objektträger beschriften,
  2. auf den 1. Objektträger 1 Tropfen geben,
  3. den 2. Objektträger sanft darauflegen, sodass das Beschriftungsfeld beidseits übersteht (braucht man zum Fassen, siehe Punkt 5),
  4. die Flüssigkeit zwischen den Glasplatten sich ausbreiten lassen,
  5. Objektträger zügig auseinanderziehen,
  6. lufttrocknen,
  7. in Transportverpackung, Abholung vereinbaren.

Punktionsflüssigkeit Einsendung für eine zytologische Untersuchung

Diese Reihenfolge ist zu empfehlen:

  1. 10ml Spritze mit dem Patientennamen beschriften

  2. 0,5ml Heparin in eine 10ml Spritze vorlegen (Gerinnungshemmung)

  3. Punktieren

  4. ACHTUNG! Wenn auch BAK gewünscht wird - HIER WEITER, sonst Sprung nach Pkt. 9.

  5. Zuerst ein Grampräparat machen (= Tropfen auf Objektträger, 2. Objektträger darauf, dazwischen zerrinnen lassen, auseinanderziehen. Lufttrocknen, beschriften „für Gram“.

  6. Einen Teil der Punktionsflüssigkeit in einen verschließbaren Becher ausspritzen und 1:1 mit 50% Alkohol versetzen für die Zytologie.

  7. Rest der Punktionsflüssigkeit für Bakteriologie entweder in der Spritze zurückhalten, Spitze steril verschließen und umgehend ins Labor bringen oder

  8. in ein Transport-Medium für Bakteriologie einbringen. Mit Original-Kappe fest verschließen. Der Tupfer mit Kappe wird nicht benötigt - weiter mit Pkt 10.

  9. Die Punktionsflüssigkeit in einen verschließbaren Becher ausspritzen und 1:1 mit 50% Alkohol versetzen (nach dem Mischen mit Alkohol ist die Punktionsflüssigkeit fixiert und bei Zimmertemperatur haltbar; kann ev. trüb werden).

  10. Zuweisungsschein und Anamneseblatt bitte genau ausfüllen (Beschwerden des Patienten, laufende/rezente Therapie usw.).

  11. Abholung unter Tel. 368 58 38 oder per Fax anfordern unter 368 58 38 - 55.

Harn

Für eine zytologische Untersuchung braucht man Tagesharn!

Morgenharn nicht geeignet - er ist zu konzentriert und macht unbeurteilbare Präparate.

  1. Will man nicht nur eine zytologische Untersuchung sondern auch eine bakteriologische, dann braucht man 2 verschiedene Proben:

    für die bakteriologische Untersuchung - Morgenharn

    für die zytologische Untersuchung - Tagesharn

  2. In jedem Fall ist Mittelstrahlharn erforderlich:

    Durch das Ablassen des anfänglichen Harns sollen die lokalen Verunreinigungen weggewaschen werden. Erst dann ist die Probe repräsentativ.

  3. Man benötigt etwa 20ml frischen Tagesharn.

  4. Er muss sofort mit 20ml 50-70%igem Alkohol versetzt werden, damit nicht Ammoniak entsteht und die Zellen zersetzt.

  5. Nach dem Mischen mit Alkohol ist der Harn fixiert und haltbar. Daher ist für eine bakteriologische Untersuchung nicht mehr geeignet, denn Bakterien und Viren sind abgetötet worden.

  6. Für eine bakteriologische Untersuchung muss der Morgenharn in einem sterilen Harnbecher aufgefangen werden und sofort gekühlt gelagert und umgehend (!) ins Labor gebracht werden.

Diuresezytologie

Wenn im Harn Blut oder eine wiederkehrende Entzündung auftritt, ist es wichtig zu unterscheiden, woher Blut und Entzündung kommen. Stammen sie aus der Harnblase und der Harnröhre oder aus dem Nierenbecken und der Niere. Das ist für Behandlung und für Konsequenzen sehr wichtig.

Mit der Diuresezytologie kann man das unterscheiden.

Dazu kommt man persönlich in das Labor, die Untersuchung dauert 1 sehr entspannte Stunde.

Zuerst gibt man Harn ab. Dann bekommt man einen Liter Wasser zu trinken. Diesen trinkt man im Laufe einer halben Stunde und entleert die Blase immer wieder. Schließlich, nachdem man das Wasser getrunken hat, entleert man nochmals die Blase und macht eine halbe Stunde Bewegung, laufen oder schnell spazierengehen.

Wenn man zurückkommt, gibt man wieder Harn ab. Dieser Harn ist nun ganz frisch von der Niere produziert worden, und alles, was von dort etwa kommen sollte, wurde heruntergespült.

Aus dem Unterschied der Zusammensetzung der 1. Probe und 2. Probe kann man rückschließen, woher Blut und Entzündung stammen. Außerdem kann man an den frisch gewonnenen roten Blutkörperchen in der 2. Probe erkennen, ob eine Nierenerkrankung vorliegt.

Wie alle Untersuchungen in der Zytologie macht man Untersuchungswiederholungen - bei der Diuresezytologie sind es drei. Durch die Wiederholungen wird offenbar, ob Veränderungen regelmäßig sind.

Fixieren von Flüssigkeiten und Koagulationshemmer

Flüssigkeiten verändern sich außerhalb des Körpers entweder von allein oder durch den Einfluss von Luft und durch Bakterienbesiedelung.

Das muss durch die umgehende Fixierung verhindert werden. Man mischt dazu das Punktat 1 : 1 mit 50 % Alkohol und lagert es kühl und lichtgeschützt.

Besonders bei Punktionen hat man es oft mit sehr eiweißreichen Flüssigkeiten zu tun. Sie neigen dazu zu verklumpen.

Das muss man verhindern. Dafür fügt man der Punktionsflüssigkeit gleich zu Anfang Koagulationshemmer zu: Man zieht in der Punktionsspritze zuerst 0,5ml Heparin auf und punktiert erst dann. Man kann auch 1ml 3,8% Natriumcitrat Lösung vorlegen.

Wichtig ist, dass auf dem Begleittext vermerkt wird, dass Koagulationshemmer verwendet wurden, denn die zytologischen Färbungen müssen das berücksichtigen.

Beschriftung der Objektträger

Bitte das oberste Drittel des Schriftfeldes frei lassen für die Protokollnummer, die im Labor angebracht wird.

Mit Bleistift schreiben - Tinten sind nicht lösungsmittelfest!

Bitte den Objektträger nur im Beschriftungsfeld anfassen - die Hände hinterlassen Zellspuren!

Orientierungsbild - Spritze mit Heparin