Gynzytologie
Bei der gynäkologischen Untersuchung wird vom Rand der Gebärmutter Zellmaterial abgenommen und auf Glasobjektträger ausgestrichen. Es wird der sogenannte Abstrich gemacht oder auch Pap-Abstrich (nach dem griechischen Arzt Papanicolao so benannt).
Dieser Abstrich enthält in der Regel sehr viele Zellen, zwischen 60.000 und 80.000 und er wird zum Pathologen gesendet, damit im Mikroskop untersucht wird, ob es Zellen gibt, die typische Veränderungen und Fehler aufweisen..
Diese Zelluntersuchung (Zytologie) ist ein Spezialgebiet der Pathologie. Sie bietet reichlich Auskünfte über den Gesundheitszustand des Organs und sagt auch einiges über den Gesundheitszustand der Patientin. Chronische und akute Entzündungen können unterschieden werden, Infektionen mit gewöhnlichen und ungewöhnlichen Krankheitserregern, z.B. auch mit Pilzen oder Viren. Man kann ablesen, wie der Monatszyclus abläuft, wie der Hormonhaushalt ist und schliesslich ob ungewöhnliche oder bösartige Veränderungen vorliegen.
Natürlich gibt ein Ausstrich nicht immer ausreichend Auskunft. Blut und Entzündung können alles überdecken, beim Abstreichen ist möglicherweise nicht von allen Stellen Material mitgenommen worden, die veränderten Zellen sind so selten, dass der Befunder sie übersieht. Das alles ist aber nicht bedenklich, denn in der Regel wird die Untersuchung ja halb- bis jährlich wiederholt und manchmal, wenn der Befunder einen Verdacht hat, auch früher. Durch den Vergleich und die Beobachtung des Verlaufes ensteht immer eine sehr genaue Vorstellung von dem, was vorliegt.
Wenn also dem Abstrich nachgesagt wird, dass er nich zuverlässig ist, stimmt das für die Einzel- Untersuchung, nicht aber für die regelmäßige Kontrolle. Sie ist in ihrer Aussage sicherer als die Virustypisierung, die ja nur eine Auswahl von Viren abdeckt und nur eine Besiedelung nachweist, nicht aber die Erkrankung erkennen kann. Das ist ausschliesslich dem Mikroskop vorenthalten.
Es war die regelmäßige zytologische Kontrolle, die den tödlichen und verbreiteten Gebärmutterhalskrebs zu einer Seltenheit gemacht hat.
Heutige Befunde klassifizieren die Ausstriche auf 2 Weisen
Die eine gibt an, wie gut der Ausstrich für eine relevante Diagnose geeignet ist (Qualitätskriterien)
Die andere gibt an, ob eine Bedrohung durch eine bösartige Neubildung zu erwarten ist (Pap-Klassifikation). Sie wird durch einen aus den USA kommenden und dort wegen massiver Missbräuche neu eingeführten, umständlicheren und schlechter lesbaren Code erweitert (Bethesda) BISDA
Das bedeutet die PAP-Klassifikation
| PAP | und was das bedeutet | BETHESDA |
|---|---|---|
| Pap 0 | Es konnten nur Schleim und zuwenig Zellen gewonnen werden. Der Abstrich muss wiederholt werden, denn er sagt nicht genug aus. | „U“ unzureichende Qualität |
| Pap 1 | Zustand völliger Normalität inclusive „richtiger“ physiologischer Bakterienflora. | |
| Pap 2 | Entzündungen und Reparaturvorgänge, aber kein Hinweis auf Krebsvorstufen oder Viruserkrankung. | „NILM“ negativ für intraepitheliale Läsionen oder Malignität |
| Pap 3 | Es liegen Veränderungen vor, die nicht eindeutig beurteilt werden können. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich Krebsvorstufen anbahnen. Oder: Virusinfektion! Entwicklung nicht vorhersehbar. (Bei allen Pap 3 Fällen ist eine kurzfristige Kontrolle notwendig, damit man erkennen kann, was sich entwickelt. Im Allgemeinen sind Kontrollen alle 3 Monate notwendig). | „ASC-US“ atypische Plattenepithelien mit unbestimmter Bedeutung „ASC-H“ atypische Plattenepithelien - HSIL (s.u.) kann nicht ausgeschlossen werden |
| Sonderfälle des Pap 3: | ||
| Pap 3D | Es liegen Veränderungen am Plattenepithel vor, die in der Regel virusbedingt sind und mit einer sogenannten geringgradigen Dysplasie, also Veränderungen, die bei junge Frauen oft wieder von allein verschwinden (sog. Clearing). die aber bei längerem Bestehen zunehmend auf eine sich entwickelnde Krebsvorstufe hinweisen (aktuelle Aufforderung zur Biopsie*) | „LSIL“ Lo grade intraepitheliale Plattenepithelläsion „AIS“ Adenocarcinoma [i.s.] |
| Pap 3G | Es liegen Veränderungen im Zylinderepithel vor, die Vorstufen von Krebs des Zylinderepithels sein können (Kontrollen wie bei Pap3 oder endozervikale Currettage**). | „AGC“ atypische Drüsenzellen |
| Pap 4 | Es liegen Veränderungen vor, die sicher zu einem Krebs führen werden, wenn man nichts dagegen unternimmt (Achtung: bis zur Krebsentwicklung vergehen im Allgemeinen JAHRE!!, daher kommt man beim regelmäßigen Arztbesuch praktisch nie zu spät!) Es ist eine histologische Abklärung durch Biopsie oder eine Sanierung durch Konisation angezeigt Im Fall eine zylinderzelligen Neoplasie ist eine Abklärung durch Currettage erforderlich Pap4 muss im Befund näher kommentiert werden! | „HSIL“ Hi grade intraepitheliale Plattenepithelläsion „AIS“ Adenocarcinoma [i.s.] |
| Pap 5 | Es besteht der begründete Verdacht, dass ein entwickelter Krebs vorliegt. Dieser Verdacht muss histologisch abgeklärt werden - Pap5 :der Befund muss näher kommentiert werden | „SCC“ Plattenepithelkarzinom „CA“ allgemein Karzinome |